MoRüBli Februar 2026
Ein Winter im Wackelmodus
Ich schreibe keine Vorsätze, aber fast täglich ein Haiku. Hier ist mein Februar in Versen mit einem kurzen Blick zurück.
Ein Monat in siebzehn Silben und achtundzwanzig Tagen
Achtundzwanzig Tage.
Achtundzwanzig Haikus.
Februar war ein Winter im Wackelmodus.
Mein Februar in Worten
Der Glitzerschnee täuscht. Winterillusionen, die kommen und gehen. Heimkehr nach langer Fahrt: Zufahrt zugeschneit. Zwei Stunden schaufeln wir. Die Fräse streikt. Wir fallen müde ins Bett. Der Winter gibt nicht auf.
Am Monatsende gewinnt die Wärme. Die ersten Bienen summen.
Relaunch gibt es nicht nur für meinen Blog, eine neue Brille betritt die Bühne: Drama mit Prada. Die Stadt wird schärfer. Und anders. Glamour darf sein – und wo ist überhaupt mein roter Lippenstift?
Es ist der Monat der langen Autobahnfahrten. Freitag, der 13. – hunderte Kilometer nach Westfalen, nur Asphalt. Familienbesuch: lange Sonntage, mühsam, um Liebe bemüht. Manchmal reicht es, einfach nur da zu sein.
Fotos aus alten Zeiten. Stets dieselben Geschichten. Mein junges Ich zwinkert mir zu.
Wir feiern fast hundert Jahre – meine Mutter und ich. Behutsam, mit Lächeln in faltigen Gesichtern. Warm und still.
Das Telefon klingelt. Vierzig Jahre Freundschaft, einmal im Jahr spreche ich mit einem Studienfreund. Wir altern beide, doch unsere Stimmen bleiben vertraut.
Meine Februartexte fließen. Ich groove mich ein, bekomme mehr Leser – 115 Abonnenten auf Substack inzwischen. Die Texte für März und April sind fast fertig. Sprache denkt mich, nicht ich sie. In den Wolfsstunden wird der Kopf leer: Stille, Denken, Schreiben. Bis nichts mehr da ist außer Worten. Worte werden hingelegt. Manche buhlen um Bedeutung, andere ruhen sich aus. Textarbeit ist wie Rosenschnitt, nicht alles, was wächst, darf bleiben.
Patagonien ruft. Im Kino flimmert die Weite, mein Kopf ist schon unterwegs. Mitte März geht’s los. Der Februar gehört noch der Vorbereitung, der Vorfreude, dem gedanklichen Packen. Die Koffer rufen leise.
Es gibt Abende mit Freunden. Kegeln, Spielen. Freude trägt und Stimmigkeit bleibt.
Und es gibt stille Momente: Sonnenschein im Blick, Kaffee, Seele ruht.
Aus einer fixen Idee wurde ein Gespräch. Jetzt liegt der erste Plan in 3D auf dem Tisch: Unsere Billard Gäste Lounge im Dachgeschoss wird wohl im Sommer gebaut.
Und heute am letzten Februartag platzt ein Krieg in diesen Samstag hinein, fern, aber grummelnd laut.
Dagmar Wienböker
Ich habe 30 Jahre lang geführt, beobachtet, mitgespielt und gewonnen. Jetzt schreibe ich darüber: über Macht, Sprache und Frauen, die beides kannten.

